Von Freude, Angst und Enttäuschung – Eine Kindheit im Zweiten Weltkrieg
Auf die Frage, wie sich die heutige Generation eine Kindheit während der Kriegszeit bei uns in der Schweiz vorstellt, dürften die meisten wohl denken, dass man in all den Jahren voller Entbehrungen und Angst kaum unbeschwert aufwachsen konnte. War das wirklich so? Nein, findet die 89-jährige Heidi Graf, welche trotz Krieg auf eine schöne und lebhafte Kindheit zurückblicken kann. In diesem Podcast erzählt sie uns davon: Wie hat sie sich als Teenager beschäftigt? Was hat sie persönlich vom Zweiten Weltkrieg mitbekommen, und warum empfindet sie auch heute noch eine Abneigung gegenüber den Deutschen?
Biografie Heidi Graf
Heidi Schmid erblickte am 14. Februar 1931 das Licht der Welt. Gemeinsam mit ihren beiden älteren Brüdern wuchs sie in St. Finden bei St. Gallen auf. Ihr Vater führte – tatkräftig unterstützt von ihrer Mutter und einem Dienstmädchen – einen Milch-/ Käseladen.
Nach der obligatorischen Schulzeit machte sie ein Haushaltslehrjahr, gefolgt von einem Sprachaufenthalt in der Westschweiz und einer Lehre als Säuglingsschwester. 1955 zügelte sie der Liebe wegen nach Samedan, wo sie Jacob Graf heiratete. Die beiden bekamen drei Kinder. Auch nach dem Tod ihres Mannes vor acht Jahren blieb Heidi Graf ihrer Wahlheimat treu.

«Eines Volkes Sein und Schaffen»: Keine andere Schweizer Landesausstellung brannte sich dermassen ins kollektive Gedächtnis unseres Landes ein wie die «Landi 39» in Zürich. Kein Wunder, standen doch mit der Machtübernahme Hitlers in Deutschland alle Zeichen auf Krieg. Die «Landi 39» richtete deshalb ihren Fokus nicht bloss auf Technik und Fortschritt, sondern auch auf Tradition und auf geistige Landesverteidigung. Mitten im Ausstellungsbetrieb brach am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg aus. Für die Zeitzeugin Heidi Graf fiel deshalb die versprochene Reise nach Zürich an die «Landi» ins Wasser…